Verweigerte Vollmacht begründet berechtigte Zweifel ???

9. Mai 2008

Der Kollege Cunningham berichtet Abenteuerliches:

Nachdem ein hiesiger Strafrichter gemeint hatte, meine – anwaltlich versicherte! – Bevollmächtigung als Verteidiger in Zweifel ziehen zu müssen, ereilte mich heute seine dienstliche Stellungnahme: Danach begründete meine (unter ausführlicher Erläuterung der bestehenden Rechtslage, Dank den Kollegen Hoenig et al) erklärte Weigerung, eine Vollmachtsurkunde vorzulegen, „berechtigte Zweifel“ an meiner Verteidigerbestellung. Dabei hatte man zuvor noch versucht, den gegen den Mandanten gerichteten Strafbefehl an mich zuzustellen. …

Verfasser der denkwürdigen Stellungnahme war allerdings nicht der weitere aufsichtsführender Richter, der urlaubsvertretenderweise zunächst die Zustellung an den Kollegen Cunningham verfügt hatte, sondern der eigentlich zuständige Amtsrichter, der nach seiner Urlaubsrückkehr meinte, dem aufmüpfigen Verteidiger zeigen zu müssen, wo der Hammer hängt

Die Mitwirkung an dieser gesetzwidrigen Zustellung hatte der Kollege Cunningham freundlich abgelehnt, unter Hinweis auf seine Ausführungen zum Thema Vollmacht ggü. der StA, erst hierauf kam der Zweifel auf – weil er sich als Anwalt gesetzmäßig verhalten hatte …

Vielleicht verirrt das Hohe Gericht sich ja mal auf diese oder andere Seiten zum Thema …

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