Nebulös

In einer Strafsache hatte ich an die erbetene Übersendung der Gerichtsakte erinnert. Hierauf schreibt das Gericht:

Strafverfahren gegen xyz

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

In der o.g. Strafsache wird mitgeteilt, dass hier weder ein Akteneinsichtsgesuch noch eine ihn beauftragende Vollmacht vorliegen.

Hm, „eine ihn beauftragende Vollmacht“ – wen denn nun, den Beschuldigten oder den Verteidiger, der hier altertümlich herrschaftlich in der dritten Form genannt wird?

Dass dieses Schreiben reine Material- und Zeitverschwendung ist, sei nur am Rande angemerkt. Selbst wenn mein per Telefax übersandtes Akteneinsichtsgesuch nicht vorliegen sollte, hat das Gericht doch verstanden, dass ich an die Akteneinsicht erinnere. Was hätte also daran gehindert, sogleich die Gerichtsakte zu übersenden, anstatt dieses eher schwer verständliche Schreiben zu produzieren?

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